Schriftführung 3. Plenum: Arbeitsbedingungen

In unserem 3. Regulären Plenum des Semesters ging es um Arbeitsbedingungen, die sich heutzutage rapide verändern. Der Impulsvortrag begann mit einem historischen Blick auf Arbeitsbedingungen. Über die antike Sklaverei, Zünfte, Lehensherren, Frondienste und die Hungerlöhne des 18. Und 19. Jahrhundert wurde zwar immer eine organisierte Arbeitswelt ermöglicht, aber von einem humanitären Standpunkt aus betrachtet war Arbeiten eine Belastung für die Gesellschaft. Doch auch heute zu Zeiten der Gleichstellung und des Betriebsverfassungsgesetzes sind unsere Arbeitsbedingungen einen zweites Hingucken wert. Und in der Zukunft warten gänzlich neue Arbeitsbedingungen auf uns.

Veränderungen in den Arbeitsbedingungen zeigen sich insbesondere in neuartigen Arbeitszeitregelungen. Konzepte wie Projekt- und Honorarverträge sind im Angesicht des mobilen Arbeitens (anytime, anywhere) und der Überalterung der Gesellschaft (die Nachfrage nach Arbeit könnte zukünftig steigen und dem Arbeitnehmer entgegenkommen) im Kommen. Weg vom “9 to 5 Tag” klingt dabei für uns als hätten wir mehr Zeit zur Selbstbestimmung und -verwirklichung. Es kann sich aber auch als belastend herausstellen, keine geregelten Arbeitszeiten zu haben, sondern immer erreichbar bleiben zu müssen.

Solche Überlegungen zeigen die Wichtigkeit des Umdenkens in der Gesellschaft. Denn Kollektivregelungen wie Gesetze und Gewerkschaften verlieren beim Wandel zur Projektarbeit wachsend an Bedeutung- viel wichtiger wird sein, selber einzuschätzen, wo die Stärken und Schwächen liegen, wann man am produktivsten ist, und auch wann man am besten abschalten und sich Ruhe gönnen sollte.

Die Regierungen und Unternehmen sollten darüber nachdenken, wie sie dieses Umdenken zur freien individuellen Arbeit unterstützen können – z.B durch Workshops in denen ältere Generationen lernen, wie sie ihre Fähigkeiten in Projekten einsetzen können. Denn auch ältere Generationen sollten am Umdenken teilhaben und davon profitieren können.

Auch die Gewerkschaften sollten ihre Methoden überdenken. Denn große soziale Veränderungen gehen oftmals zuerst zulasten der Arbeitnehmer, bevor umgedacht wird. Und dies wird noch wahrscheinlicher, wenn ein Großteil der “Arbeitskräfte von gestern” am Umdenken nicht teilnehmen kann weil sie noch in alten Arbeitsstrukturen festsitzen. Gewerkschaften sollten also einen reibungslosen Übergang ermöglichen.

Aber an uns bleibt der wichtigste Teil des Umdenkens hängen: Jeder von uns muss lernen, wie er oder sie sich nicht nur über die Arbeit definiert. Denn die Arbeitswelt von morgen bringt viele Freiheiten mit sich, seinen Arbeitsplatz neu zu definieren, ihn an das eigene Leben anzupassen und nicht umgekehrt – eine Freiheit die es in der Form noch nie gab und die somit neue soziale Strukturen fordert. Das Konkurrenz- und Karrieredenken von gestern wird überholt und die neuen Freiheiten (und Freizeiten) könnten im Idealfall zugunsten sozialer Projekte gehen.

Wenn wir den Umbruch zu neuen Arbeitsbedingungen richtig gestalten und die Politik, Gewerkschaften, Arbeitnehmer und Arbeitgeber an einem Strang ziehen, könnten wir ein Zeitalter der Selbstbestimmung und -verwirklichung einleiten, in der Arbeit nur noch einen Teil unserer Identität ausmacht. Wirtschaftliches Wachstum wird dank der neuen Technologien nicht mehr zum zentralen Leitfaden, sondern zu einem erfreulichen Nebeneffekt unserer Arbeit werden. Und das Individuum kann frei und erfüllt leben wie noch nie.

Studienfahrt FSS 2018 nach Den Haag

Unsere Studienfahrt nach Den Haag war ein voller Erfolg. Nach einer reibungslosen Hinfahrt verbrachten wir den Abend mit einer intensiven Diskussion über die Drogenpolitik in den Niederlanden und Deutschland. Zudem hatten wir zusammen ein traditionelles chinesisches Abendessen.

Am nächsten Tag konnten wir im Humanity House Einblicke in das Leben von Bürgerkriegsflüchtlingen erhalten. Nach einer Live-Simulation einer Fluchtsituation konnten wir uns dort ebenfalls interaktive Interviews mit Flüchtlingen aus verschiedenen Ländern anschauen. Beim Abendessen im Restaurant „Himalayan“konnten wir dann tatsächlich einen der Flüchtlinge und Aktivisten persönlich kennenlernen. Dann gingen wir auf eine selbstgeführte Stadttour durch Den Haag, bei der wir verschiedene Sehenswürdigkeiten wie das Schloss, den Binnenmarkt (Sitz des niederländischen Parlaments) und verschiedene Kirchen besuchten. Dabei wurden wir im Finanzministerium der Niederlande auf einen Kaffee eingeladen.

Unseren folgenden freien Tag nutzen wir, um zum Strandviertel Scheveningen zu
laufen. Dabei sahen wir die letzten Überreste des Atlantikwalls, welcher die Landschaft bis heute prägt.

Am letzten Tag besuchten wir den Friedenspalast, welcher u.a. Sitz des Internationalen Gerichtshofs und des Internationalen Schiedsgerichtshofs ist. Nach einer Audiotour über die Geschichte des Friedenspalastes und der Bedeutung internationalen Rechts im Besucherzentrum startete schließlich
unsere Führung durch den eigentlichen Palast. Dort lernten wir viel über die
politische und historische Bedeutung des Friedenspalastes als Monument des Weltfriedens und konnten die Räumlichkeiten besuchen. Dort gibt es auch viele Kunstwerke zu sehen, die jeweils Geschenke verschiedener Staaten sind und sich auf kreative und tiefgründige Weise mit dem Thema „Frieden“ beschäftigen. Am Nachmittag traten wir schließlich nach einem schönen Aufenthalt in Den Haag unsere Heimfahrt an.

Drittes Plenum: Arbeitsbedingungen

EVENT: Unser nächstes Plenum steht an! Diesen Mittwoch geht es um Arbeitsbedingungen und wie sie sich innerhalb der nächsten Jahre verändern werden.

Wie immer sind alle herzlich willkommen es sich anzuhören und mitzudiskutieren.

LOCATION: L7 3-5, Raum P044 (19 Uhr)

ARTICLE: Könnt ihr lesen um euch vorzubereiten: http://www.zeit.de/wirtschaft/2017-08/digitalisierung-frank-bsirske-verdi-christoph-bornschein-tlgg

EXTRAS: social im Anschluss

Schriftführung Zweites Reguläres Plenum

Am 07.03.2018 haben wir die Chancen und Gefahren diskutiert, die mit der Digitalisierung einhergehen. Los ging es mit einem historischen Blick auf Ada Lovelace (1815-1852), die als erste Programmiererin in die Geschichte einging und somit eigentlich die Digitalisierung einleitete. 200 Jahre später schreitet die Digitalisierung wesentlich schneller als je voran und fliesst in alle unsere Lebensbereiche ein. Aber wird die Digitalisierung ernst genug genommen? Und überwiegen die Chancen oder die Gefahren?

Von einem politischen Standpunkt aus betrachtet ist die Digitalisierung inzwischen bei vielen Regierungen ein Thema. Auch im Wahlkampf der letzten Bundestagswahl wurde das Wort “Digitalisierung” von allen Parteien fast schon inflationär genutzt. Im entstandenen Koalitionsvertrag steht zu dem Thema allerdings vergleichsweise wenig, was für einigen Unmut in den jungen Generationen sorgen wird. Diesen Unmut merkte man, als die Frage aufkam, ob man sich auf die weitere Digitalisierung der nächsten Jahrzehnte vorbereitet fühlt. Denn das deutsche Schulsystem enthält zwar verpflichtende Informatikkurse, lehrt aber nichts über Algorithmen und fördert keinen kritischen Umgang bezüglich Datenverarbeitung. Währenddessen arbeiten Techunternehmen wie Google bei der Weiterbildung zum Thema Digitalisierung mit, vertreten dabei aber selbstverständlich ihre eigenen Interessen und fördern ebenfalls keinen kritischen Umgang mit dem Thema. Dabei ist dieser kritische Umgang wichtig, da die Digitalisierung allen Arbeitnehmern dienen sollte. Daten stellen heutzutage bereits eine neue Form der Währung dar, aber viele Leute gehen leichtfertig mit ihnen um. Um sicherzustellen, dass die Digitalisierung im besten Interesse der Arbeitnehmer bleibt, sollten Informationsveranstaltungen stattfinden, um Medienkompetenz in der Gesellschaft zu fördern. Denn nur eine mündige Gesellschaft kann sich vor den Gefahren der Ausbeutung schützen.

Zum Thema der Künstlichen Intelligenz (KI) waren die Meinungen geteilt und man konnte erkennen wie ein Mangel an Information zu dem Thema zu vorsichtigen Haltungen führen kann. Während viele die Chancen in ihr erkennen fürchteten andere Mitglieder die Konsequenzen, die eine falsche Handhabung mit sich bringen könnte.

Richtig angewendet kann die KI dem Menschen mehr bieten als jede Erfindung der Geschichte. Sie könnte den Arbeitsmarkt massiv entlasten, da sie nicht nur körperliche Tätigkeiten übernimmt wie andere Technologien, sondern so gut wie oder besser als der Mensch deterministische Berufe ausüben kann. Das Frage ist, wie die Gesellschaft und Politik mit dieser Veränderung umgehen werden; wenn sich die sozialen und politischen Strukturen gut anpassen, könnte eine Gesellschaft entstehen, in der Wirtschaftswachstum natürlich ist und in der Menschen viel weniger arbeiten müssen. Wenn sich die soziale Strukturen allerdings nicht anpassen, kann eine noch ungleichere Gesellschaft entstehen, in der Arbeitslosigkeit zu einer Verarmung bestimmter Gesellschaftsschichten führt und eine Elite vom Wirtschaftswachstum profitiert.

Aber nicht nur in Bezug auf die Arbeitswelt könnte die Menschheit massiv von der KI profitieren. Die KI könnte Probleme lösen, auf die die Menschheit keine Antworten findet wie beispielsweise den Klimawandel. Damit wir allerdings nicht in Gefahr geraten, die Kontrolle über die KI zu verlieren, muss jede zum Ziel haben, die menschlichen Werte zu maximieren; sie sollte sich nie zu 100% sicher sein, was diese Werte sind, sondern auf menschlichen Input achten und sich an dem menschlichen Verhalten über menschliche Werte informieren.

Wenn sich diese Voraussetzungen erfüllen, die Künstliche Intelligenz ein Werkzeug des Menschen bleibt und die Gesellschaft an der Digitalisierung beteiligt und über sie informiert wird, sehen wir bei SICoR enormes Potential, wie die KI und die Digitalisierung das menschliche Leben im nächsten Jahrhundert erheblich verbessern kann. Aber von einem politischen Standpunkt aus betrachtet ist es wichtig, dass die ganze Gesellschaft von den großartigen Veränderungen, die hierdurch bewirkt werden, profitiert.