Schriftführung Zweites Reguläres Plenum

Am 07.03.2018 haben wir die Chancen und Gefahren diskutiert, die mit der Digitalisierung einhergehen. Los ging es mit einem historischen Blick auf Ada Lovelace (1815-1852), die als erste Programmiererin in die Geschichte einging und somit eigentlich die Digitalisierung einleitete. 200 Jahre später schreitet die Digitalisierung wesentlich schneller als je voran und fliesst in alle unsere Lebensbereiche ein. Aber wird die Digitalisierung ernst genug genommen? Und überwiegen die Chancen oder die Gefahren?

Von einem politischen Standpunkt aus betrachtet ist die Digitalisierung inzwischen bei vielen Regierungen ein Thema. Auch im Wahlkampf der letzten Bundestagswahl wurde das Wort “Digitalisierung” von allen Parteien fast schon inflationär genutzt. Im entstandenen Koalitionsvertrag steht zu dem Thema allerdings vergleichsweise wenig, was für einigen Unmut in den jungen Generationen sorgen wird. Diesen Unmut merkte man, als die Frage aufkam, ob man sich auf die weitere Digitalisierung der nächsten Jahrzehnte vorbereitet fühlt. Denn das deutsche Schulsystem enthält zwar verpflichtende Informatikkurse, lehrt aber nichts über Algorithmen und fördert keinen kritischen Umgang bezüglich Datenverarbeitung. Währenddessen arbeiten Techunternehmen wie Google bei der Weiterbildung zum Thema Digitalisierung mit, vertreten dabei aber selbstverständlich ihre eigenen Interessen und fördern ebenfalls keinen kritischen Umgang mit dem Thema. Dabei ist dieser kritische Umgang wichtig, da die Digitalisierung allen Arbeitnehmern dienen sollte. Daten stellen heutzutage bereits eine neue Form der Währung dar, aber viele Leute gehen leichtfertig mit ihnen um. Um sicherzustellen, dass die Digitalisierung im besten Interesse der Arbeitnehmer bleibt, sollten Informationsveranstaltungen stattfinden, um Medienkompetenz in der Gesellschaft zu fördern. Denn nur eine mündige Gesellschaft kann sich vor den Gefahren der Ausbeutung schützen.

Zum Thema der Künstlichen Intelligenz (KI) waren die Meinungen geteilt und man konnte erkennen wie ein Mangel an Information zu dem Thema zu vorsichtigen Haltungen führen kann. Während viele die Chancen in ihr erkennen fürchteten andere Mitglieder die Konsequenzen, die eine falsche Handhabung mit sich bringen könnte.

Richtig angewendet kann die KI dem Menschen mehr bieten als jede Erfindung der Geschichte. Sie könnte den Arbeitsmarkt massiv entlasten, da sie nicht nur körperliche Tätigkeiten übernimmt wie andere Technologien, sondern so gut wie oder besser als der Mensch deterministische Berufe ausüben kann. Das Frage ist, wie die Gesellschaft und Politik mit dieser Veränderung umgehen werden; wenn sich die sozialen und politischen Strukturen gut anpassen, könnte eine Gesellschaft entstehen, in der Wirtschaftswachstum natürlich ist und in der Menschen viel weniger arbeiten müssen. Wenn sich die soziale Strukturen allerdings nicht anpassen, kann eine noch ungleichere Gesellschaft entstehen, in der Arbeitslosigkeit zu einer Verarmung bestimmter Gesellschaftsschichten führt und eine Elite vom Wirtschaftswachstum profitiert.

Aber nicht nur in Bezug auf die Arbeitswelt könnte die Menschheit massiv von der KI profitieren. Die KI könnte Probleme lösen, auf die die Menschheit keine Antworten findet wie beispielsweise den Klimawandel. Damit wir allerdings nicht in Gefahr geraten, die Kontrolle über die KI zu verlieren, muss jede zum Ziel haben, die menschlichen Werte zu maximieren; sie sollte sich nie zu 100% sicher sein, was diese Werte sind, sondern auf menschlichen Input achten und sich an dem menschlichen Verhalten über menschliche Werte informieren.

Wenn sich diese Voraussetzungen erfüllen, die Künstliche Intelligenz ein Werkzeug des Menschen bleibt und die Gesellschaft an der Digitalisierung beteiligt und über sie informiert wird, sehen wir bei SICoR enormes Potential, wie die KI und die Digitalisierung das menschliche Leben im nächsten Jahrhundert erheblich verbessern kann. Aber von einem politischen Standpunkt aus betrachtet ist es wichtig, dass die ganze Gesellschaft von den großartigen Veränderungen, die hierdurch bewirkt werden, profitiert.