Elon Musk: Retter in der Not oder Businessmann mit Größenwahn?

Im ersten Plenum des Semesters ging es um Elon Musk, der sich durch PayPal, SpaceX, Tesla und co seit den 90ern als Businesstitan behauptet hat. Doch der Ruhm bekommt ihm nicht gut – in den letzten Monaten stand Musk fast ausschließlich negativ in den Schlagzeilen und die Furore, die seine Tweets auslösen, werden immer größer. Nachdem Musk diesen Sommer einen der Rettungstaucher aus Thailand unbegründet als pädophil diffamiert hatte, führte er im Sommer ein Interview mit den New York Times, in dem er sich zum ersten Mal verletzlich zeigte. Er beklagte, 120 Stunden pro Woche arbeiten zu müssen und fast die Hochzeit des eigenen Bruders verpasst zu haben. 

Muss man ihn also bemitleiden weil er wie so viele von uns unter Druck und Stress zu leiden hat? Wohl kaum. In der Runde fällt schnell das Wort “workaholic” und alle fragen sich, warum Musk nicht delegieren kann. Leidet Musk so sehr unter Größenwahn zu glauben, dass niemand anderes seine Arbeit ausführen könnte? In Interviews lässt er genau das durchklingen – er beschreibt sich gerne selber als Retter der Gesellschaft der innovativ ist, während die Politik schläft.

Eine Überlegung wert: in Deutschland verhalten sich CEOs anders und derartige Schlagzeilen würden sich viel negativer auf das Geschäft auswirken. Doch Musk ist nicht alleine in seiner unüberlegten Nutzung der sozialen Medien sondern erinnert mich in seinem Verhalten an Trump, der als Businesstitan sowie als Präsident Twitter leichtfertig nutzt, um unbegründete Anschuldigungen zu machen und sich im Rampenlicht zu suhlen. Die Frage, ob man als CEO leichter in ein solches Verhalten reinrutscht liegt Nahe, doch lässt sich nicht eindeutig beantworten. Klar ist, dass mit der Macht eines CEOs  Verantwortungen einhergehen. Der Verantwortung, Innovationen durchzusetzen wird Musk vielleicht gerecht, doch der Verantwortung, ein Vorbild zu sein wohl kaum. 

Klar ist außerdem, dass skurrile Tweets für Aufmerksamkeit sorgen und einem in Problemen schwimmenden Unternehmen wie Tesla Geld sowie Bekanntheit einbringen. Bleibt nur die Frage, ob das Ganze kalkuliert ist oder ein größenwahnsinniger, unter Schlafentzug leidender Mann zu oft am Handy alleine gelassen wird.