Gastvortrag Prof. Niko Paech – Zusammenfassung

Am 12. Mai erwies Herr Professor Dr. Niko Paech uns die Ehre, einen Vortrag zu dem Weg in die Postwachstumsökonomie zu halten.

Auf eine kurze Einleitung folgten die Ausführungen von Herr Paech. Die Postwachstumsökonomie solle als Konzept in Hinblick auf das Problem des Klimawandels betrachtet werden mit dem Ziel, gleichzeitig einen Zustand des sozialen Ausgleichs und einer ökologischen Rehabilitation zu erreichen.

In unserem jetzigen Zustand solle die Frage nach einer Reduktion sehr zentral sein, da ein jeder Mensch (bis zu einem gewissen Grad) verantwortlich sei für das Erreichen und Überschreiten ökologischer Barrieren, da keineswegs ein inhärenter positiver Zusammenhang zwischen Wachstum und Zufriedenheit gegeben ist und da ein ewiges gleich geartetes Voranschreiten ab einen gewissen Punkt die eigene Existenz gefährdet. Angebliche in den letzten Jahren erreichte Fortschritte in den Bereichen des Klimaschutzes spiegeln sich nicht in dem zentralen Kennwert des Pro-Kopf-CO2-Konsums entscheidend wider.

Weiterhin adressiere die Idee des grünen Wachstums nicht adäquat das gegebene Problem; grünes Wachstum überschätze nämlich die Tragweite des technologischen Fortschritts, unterschätze Rebound-Effekte und habe weder ein konkrete Zielvariable noch eine politisch umsetzbare Ausgestaltung. Zudem löse selbst eine vollständige Umstellung auf klimaneutrale Primärenergiequellen die Problematik nicht, da enorme Teile der indirekten Treibhausgasemissionen auch auf Importgüter zurückführen seien. Des Weiteren erschweren Platzprobleme bei erneuerbaren Energien sowie Hindernisse in den Energiespeicherkapazitäten eine stabile und langfristig tragbare Lösung, die auf Wachstum setzt.

Hier setze die Postwachstumsökonomie an, indem sie basierend auf den Erkenntnissen der Glücksforschung, die zeigen, dass Konsum nur bis zu einem gewissen Grade zu Glück beiträgt aufgrund von Sättigungs- und Reizüberflutungseffekten, propagiert, dass Reduktionen im Konsumniveau nicht für automatisch schlecht bewertet werden. Daher bestehe gegenwärtig in Industrieländer ein Reduktionspotential im BIP auf ein Steady-State Niveau, welches folglich ökologisch vertretbar und haltbar wäre. In diesem Steady-State sollen die Werte Suffizienz und Subsistenz hochgehalten werden, um Entrümpelung, Entschleunigung, Eigenproduktion und kollaborative Ansätze zu fördern. Außerdem müssten sich die ökonomischen Strukturen regionalisieren, nachfrageorientiert sein und die Individuen zu „Prosumenten“ machen. Unter diesen Gesichtspunkten könne die Postwachstumsökonomie dazu beitragen, die ökologischen Probleme zu überwinden und sie gleichzeitig mit der sozialen Frage zu versöhnen, ohne dabei auf Zufriedenheit und Glück verzichten zu müssen.  

Zuletzt wollen wir uns noch einmal herzlichst bei Herrn Paech für seinen interessanten und aufschlussreichen Vortrag sowie für den insgesamt netten Abend bedanken!