About Us

Der Club of Rome ist ein internationaler Think Tank, der 1968 gegründet wurde und als einer der ersten vor den Auswirkungen des Klimawandels gewarnt hat. Auch heute hat er nicht an Relevanz verloren; ihm gehören Mitglieder wie Michail Gorbatschow, Jérôme Bindé, und Juan Carlos I. an. 

Wir bei SICoR sind die einzige offizielle studentische Absplitterung des Club of Rome. Wir treffen uns wöchentlich um bei Plenen über gesellschaftliche Fragen, Politik und Ökonomie zu diskutieren. Außerdem veranstalten wir Socials, Podiumsdiskussionen und Studienfahrten. 

In diesem Semester beschäftigen wir uns mit unserem Semesterthema „Ideen für eine nachhaltige Zukunft“; hierbei setzen wir uns auf konstruktiver Ebene mit Möglichkeiten zur Gestaltung einer nachhaltigeren Zukunft auseinander und hinterfragen aktuelle gesellschaftliche und politische Entwicklungen.

 

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Kick-off am 11. September

Unser Kick-off findet am Mittwoch, den 11.09. in Raum EW 159 statt. Eine kurze Vorstellung der Initiative, die gemeinsame Semesterplanung (inklusive Studienfahrt) und der erste Vortrag zu unserem Semesterthema ‚Ideen für eine nachhaltige Zukunft‘ über die Wahrnehmung des Klimawandels stehen auf dem Programm.

Danach treffen wir uns wöchentlich ebenfalls in EW 159 für unsere Plenen, die sich aus einem Vortrag zu einem bestimmten Thema und einer darauf bezogenen Diskussion zusammensetzen. Für mehr Infos folgt uns auf Facebook und meldet euch für unseren wöchentlichen Newsletter an.

Wir freuen uns auf euch!

Studienfahrt nach Brüssel

Studienfahrt 2019. SICoR in Brüssel

Europa: Politik, Geschichte & Stadtleben

Als interdisziplinäres Diskussionsforum, mit Mitgliedern, die sich für Politik, Geschichte, technische Innovationen, Kultur, Bildung und natürlich Nachhaltigkeit interessieren, wird sich immer rege ausgetauscht, gelesen, diskutiert: ob auf der Busfahrt, beim Frühstück, bei der Stadtbesichtigung… es wird nie langweilig.

Doch all die Theorie ist zwar spannend und kann zu intellektuellem Austausch führen, aber nichts geht über die sinnliche Erfahrung von der eigenen Umgebung.

Der erste Eindruck von Brüssel war ein Realitätscheck.

Angekommen am Nordbahnhof in Brüssel, riecht es streng nach Urin und Elend, was daran liegt, dass eine Halle, die als Zwischenstation für Busse gedacht ist, als Unterkunft für Obdachlose und Flüchtlinge, die auf der Durchreise sind, genutzt wird – eine bloße Halle, die verglast ist und auf deren Boden sich Menschen mit all ihren Klamotten einrichten. Mehr haben sie nicht, keine Hygieneeinrichtung… Bilder, die man in den Nachrichten sieht, Berichte, die man aus Zeitungsberichten kennt, zeigen einem nicht die alltägliche Situation, in denen sich so viele Bewohner in Großstädten befinden, wo sie unterkommen und nächtigen.

Doch neben dieser Seite der Medaille vom Stadtleben, zeigte sich die multikulturelle Vielfalt Brüssels, die offizielle Mehrsprachigkeit und die Offenheit einer Stadt, mit deren Bewohnern man auf Englisch, Türkisch (und natürlich Deutsch) in Austausch kam. Ob in Imbissen, bei der Stadtbesichtigung oder beim Einkaufen, das Straßenbild ist geprägt von vielfältigen Einflüssen, bei denen sich Mannheimer gleich heimisch fühlen.

Das Europaviertel war natürlich der Hauptgrund unseres Besuches, wobei ein Rundgang durch das Haus der Europäischen Geschichte den Auftakt bildete, bei dessen Erkundung wir „The Limits of Growth“, die bekannteste Publikation des Club of Romes, entdeckten und jeder von uns etwas sehr Eigenes für sich selbst mitnahm, was er oder sie noch nicht über die Geschichte Europas wusste oder noch nicht in diesem Licht gesehen hatte. Als neugierige junge Europäer/-innen machten wir uns weiter auf den Weg zur Europäischen Kommission, um einen Einblick hinter die Kulissen zu erlangen. Der Rundgang führte uns in Sitzungssäle, wir stellten unsere Fragen und bekamen Anregungen für den nächsten Tag, an dem wir eine Führung im Europäischen Parlament hatten. Das Gespräch mit einem Mitarbeiter erweiterte unsere Eindrücke vom gestrigen Tag und rundete diese ab. Da man nie genug Informationen und Eindrücke sammeln kann, gingen wir anschließend ins Parlamentarium, in dem wir eine andere Seite europäischer Geschichte betrachten konnten, über neue Menschen erfuhren und zu Gesprächen und ganz persönlichen Eindrücken angeregt wurden.

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Europa als Vision und Europa in Progress – zwei Seiten einer Medaille. Es war spannend zu sehen, wie weit das Friedensprojekt gekommen ist. Aber ein roter Faden, der die Fahrt und die Themen durchzog, sind Träume und Visionen, die Menschen verbinden und ihnen Hoffnung schenken können – für eine nachhaltige, bessere Zukunft, in der wir leben wollen und die aus der Vergangenheit gelernt hat.

Dem Ruf nach Austausch zwischen jungen Menschen aus Europa wird von einigen unserer Mitglieder in diesem Semester gefolgt, sie nehmen am Erasmus-Programm teil. Sie werden uns im FSS‘20 wieder bereichern und mit neuen Erfahrungen in andere Denkweisen lenken und den Horizont von Diskussionen erweitern können, dieses Semester werden sie aber schmerzlich fehlen. Daher rufen wir dazu auf, uns als Initiative unter die Arme zu greifen und bei den wöchentlichen Plenarsitzungen, immer mittwochs um 19 Uhr, mitzuwirken: Ideen für eine nachhaltige Zukunft

Wir danken Absolventum herzlich für die Unterstützung!

Naomi Klein. Feministin, Journalistin und Globalisierungskritikerin.

In unserem zweiten Plenum ging es um die Frau, die mit ihren Werken die Welt verändern möchte. Als Autorin wird sie sehr geschätzt, ihre Bücher sind Bestseller. Eins haben sie gemeinsam: Sie kritisieren unser Wirtschaften und die Folgen der Globalisierung.

In ihrem Werk This Changes Everything: Capitalism vs. The Climate stellt Sie die Behauptung auf, der Klimawandel sei eine Folge des kapitalistischen Wirtschaftens. Kapitel für Kapitel zeigt sie gravierende Verbrechen auf, welche von Unternehmen gegen die Umwelt begangen werden. Laut ihrer Überzeugung sorgen der Neoliberalismus und dementsprechende breite Privatisierungsmaßnamen dafür, dass Staaten gar nicht mehr in der Lage seien, langfristige Ziele umzusetzen, ein Grund warum viele Länder es versäumen Klimaschutzrichtlinien der Klimarahmenkonventionen der Vereinigten Nationen einzuhalten. Wenn unsere Regierungen mehr Kontrolle hätten, wir unsere Staaten stärken würden, dann wäre es möglich gegen den Klimawandel vorzugehen. Dafür müssten aber bei reichen Volkswirtschaften der Ersatz von fossilen Energieträgern durch erneuerbaren Energien höchste Priorität haben.

Der Grund warum dies, vonseiten der Politik, aber auch vonseiten der Bürger nicht mehr gefordert wird, ist eine in unserer Gesellschaft tief verankerte Illusion, dass selbst wenn alles schief geht, wir noch gerettet werden, und uns der Markt, philanthropische Milliardäre, oder neue Technologien vor dem Ende bewahren. Wir müssen von diesem „magischen Denken“ wegkommen, meint sie, und eine neue Weltanschauung durchsetzen.

Wir sollten ein Verständnis entwickeln, dass wir in einer Beziehung mit der Natur stehen und deswegen nachhaltig mit den vorhandenen Ressourcen umgehen müssen.

 

Bin ich Klimaleugner/in?

Kleins Definition von Klimaleugner beinhaltet auch all diejenigen, die zwar überzeugt sind, dass der Klimawandel ein real existierendes Problem ist, aber sich nicht aktiv dagegen einsetzen, und laut ihr die Probleme von Anderen (i.d.R. Umweltaktivisten) lösen lassen.

Wie in der Diskussion angemerkt wurde, sollte das „aktiv einsetzen“ hierbei als ökologisch nachhaltigem Handeln verstanden werden, und muss nicht zwingend bedeuten, dass man auf die Straße geht um zu demonstrieren. So kann ein umweltbewusster Mensch, welcher sparsam mit Wasser, Strom und Wärme umgeht, keine Lebensmittel wegschmeißt und kaum Plastik benutzt, nachhaltiger Handeln als ein/e Umweltaktivist/in, der/die zwar auf die Straße geht aber auch regelmäßig zu globalen Veranstaltungen fliegt. Kleins Definition ist vermutlich bewusst provozierend gewählt, da man hier auf eine Ebene mit Menschen gestellt wird, die davon überzeugt sind, dass der Klimawandel nicht existiert, was das Bedürfnis hervorruft, sich abzugrenzen und aktiver zu werden.

So sind wir zu dem Schluss gekommen, dass wir selbst laut Kleins Definition keine Klimaleugner/innen sind, da jeder einzelne überzeugt war, etwas gegen den Klimawandel zu tun, sei es Fahrrad fahren, auf Ernährung (vor allem Fleisch) achten oder Konsum von klimaschädlichen Produkten einschränken.

 

Tragen wir eine Mitschuld, dass Unternehmen umweltschädlich handeln?

Ein Argument was gerne benutzt wird, um das z.T. destruktive Verhalten von Unternehmen zu rechtfertigen ist, dass die Unternehmen nur überleben können, wenn es auch Kunden gibt, die bereit sind für die angebotenen Produkte zu zahlen. „Vote with your wallet“ ist ein weitverbreiteter Slogan, welcher Kunden klarmachen soll, dass jede Kaufentscheidung auch Einfluss auf die Unternehmensentwicklung und -handeln hat.

Klein ist der Überzeugung, dass selbst wenn ein/e Kunde/-in ein Produkt kauft, von dem er/sie weiß, dass es besonders umweltschädlich, oder unter inhumanen Bedingungen produziert wurde, der/die Kunde/-in keine Schuld trägt und kein schlechtes Gewissen haben sollte, da nicht er/sie die Entscheidung treffen muss, sondern unsere Wirtschaft und Staaten es gar nicht erst zulassen sollten, dass solche Produkte auf den Markt kommen.

Die Sitzung kam zum Schluss, dass extreme Verbrechen gegen die Umwelt oder gegen Menschenrechte natürlich vom Staat verurteilt werden müssen und die Unternehmen Konsequenzen befürchten müssen, wenn sie Richtlinien und Standards nicht einhalten. Die Auffassung von Klein wird jedoch nicht übernommen. Man kann jedem Konsumenten trotzdem eine Teilschuld zuweisen. Der Wandel kann nicht nur vom Staat, sondern muss auch von jedem Bürger kommen.

Nun kann sich nicht jeder die (oftmals teureren) nachhaltigeren Produkte leisten. Mit einer zunehmenden Zahl an Arbeitnehmern im Niedriglohnsektor hat nicht jeder Konsument die freie Wahl. Als mögliche Lösung wurde angemerkt, dass der Staat für mehr wirtschaftliche Anreize durch Subventionen sorgen sollte, dass auch preisbewusste Konsumenten die Möglichkeit haben, die nachhaltigen Produkte zu bevorzugen.

Kapitalismus als Ursache für den Klimawandel?

Dies ist die Hauptaussage ihres besprochenen Werks. Es war spannend zu sehen ob die Meinung geteilt wird. Nun kann der Kapitalismus als Beschleuniger des Klimawandels angesehen werden. Die Vorstellung des unendlichen Wachstums, immer mehr Konsum und Gewinnmaximierung durch Kostenminimierung verleiten Unternehmen dazu, ihre Shareholder zu priorisieren und Stakeholder (Mitarbeiter, Familien, Städte, Staaten, Umfeld und Umwelt, …) zu ignorieren. Aber bedeutet das, dass Kapitalismus die Hauptursache ist. Nein, wird als Meinung in der Diskussionsrunde vertreten. Es liegt in der Natur des Menschen, dass langfristige Konsequenzen ignoriert werden, unabhängig von unserer Wirtschaftsform. Und genau dies ist das Problem mit dem Klimawandel. Die Folgen sind noch nicht spürbar. Prognosen von Klimaforscher und Experten warnen zwar seit Jahrzehnten immer mehr vor den gravierenden Folgen des Klimawandels, aber da die meisten Menschen noch keine Erfahrung mit enormen klimabedingten Einschränkungen machen mussten, ist der ökologische Nachhaltigkeitsgedanke nicht fest in unserem Bewusstsein verankert.

Des Weiteren wurde erinnert, dass Umweltverschmutzung, insbesondere Verschmutzung der Atmosphäre und dementsprechend weitgehende Folgen für das gesamte Klima, auch schon in der Sowjetunion und in Maos China stattgefunden hatte, beides Systeme die nichts mit der kapitalistischen Marktwirtschaft zu tun hatten.

Versagt Deutschland bei der Klimapolitik?

Die aktuellen Ereignisse im Hambacher Forst, der Rodung des Waldes um Braunkohle abbauen zu können, lässt einen daran zweifeln, dass Deutschland den richtigen Weg bezüglich der Energiewende einschlägt. Über 40% unseres Stroms kommt aus Kohlekraftwerken und die Erschließung neuer Tagebaue zeigt, dass sich das in den nächsten Jahrzehnten nicht ändern wird. In der Diskussionsrunde wird zudem erwähnt, dass Deutschland regelmäßig versagt Klimaziele einzuhalten. So war die Vision, dass in Deutschland bis zum Jahr 2020 eine Millionen Elektrokraftfahrzeuge auf den Straßen sind. Heute liegt die Zahl bei fünfzigtausend. Das Klimaschutzziel, dass bis 2020 die CO2-Emissionen um 40% gesenkt werden, wurde von der aktuellen Koalition wieder gekippt. Als Pionier der Solarenergie wurde Deutschland schon lange von China überholt, und mit dem Einzug der AfD in den Bundestag, einer Partei die öffentlich den Klimawandel leugnet, ist eine radikale Neuausrichtung für mehr ökonomische und ökologische Nachhaltigkeit stark zu bezweifeln.

Elon Musk: Retter in der Not oder Businessmann mit Größenwahn?

Im ersten Plenum des Semesters ging es um Elon Musk, der sich durch PayPal, SpaceX, Tesla und co seit den 90ern als Businesstitan behauptet hat. Doch der Ruhm bekommt ihm nicht gut – in den letzten Monaten stand Musk fast ausschließlich negativ in den Schlagzeilen und die Furore, die seine Tweets auslösen, werden immer größer. Nachdem Musk diesen Sommer einen der Rettungstaucher aus Thailand unbegründet als pädophil diffamiert hatte, führte er im Sommer ein Interview mit den New York Times, in dem er sich zum ersten Mal verletzlich zeigte. Er beklagte, 120 Stunden pro Woche arbeiten zu müssen und fast die Hochzeit des eigenen Bruders verpasst zu haben. 

Muss man ihn also bemitleiden weil er wie so viele von uns unter Druck und Stress zu leiden hat? Wohl kaum. In der Runde fällt schnell das Wort “workaholic” und alle fragen sich, warum Musk nicht delegieren kann. Leidet Musk so sehr unter Größenwahn zu glauben, dass niemand anderes seine Arbeit ausführen könnte? In Interviews lässt er genau das durchklingen – er beschreibt sich gerne selber als Retter der Gesellschaft der innovativ ist, während die Politik schläft.

Eine Überlegung wert: in Deutschland verhalten sich CEOs anders und derartige Schlagzeilen würden sich viel negativer auf das Geschäft auswirken. Doch Musk ist nicht alleine in seiner unüberlegten Nutzung der sozialen Medien sondern erinnert mich in seinem Verhalten an Trump, der als Businesstitan sowie als Präsident Twitter leichtfertig nutzt, um unbegründete Anschuldigungen zu machen und sich im Rampenlicht zu suhlen. Die Frage, ob man als CEO leichter in ein solches Verhalten reinrutscht liegt Nahe, doch lässt sich nicht eindeutig beantworten. Klar ist, dass mit der Macht eines CEOs  Verantwortungen einhergehen. Der Verantwortung, Innovationen durchzusetzen wird Musk vielleicht gerecht, doch der Verantwortung, ein Vorbild zu sein wohl kaum. 

Klar ist außerdem, dass skurrile Tweets für Aufmerksamkeit sorgen und einem in Problemen schwimmenden Unternehmen wie Tesla Geld sowie Bekanntheit einbringen. Bleibt nur die Frage, ob das Ganze kalkuliert ist oder ein größenwahnsinniger, unter Schlafentzug leidender Mann zu oft am Handy alleine gelassen wird.