SICoR präsentiert Wissenschaft I – Klimawandel, Landnutzung, Algen, Ungleichheit und Insekten

Diese Beitragsreihe findet seit einiger Zeit auf unseren Plattformen in den sozialen Medien statt. Aug unserer Website werden die Beiträge immer nach vier Beiträgen zusammengetragen, sodass ihr diese auch ihr verfolgen könnt. Erwarten könnt ihr einen neuen Beitrag etwa jede anderthalb Monate.

Im Buch „Wechselwirkungen zwischen Landnutzung und Klimawandel“ herausgegeben von Horst Gömann und Johanna Fick wird der Zusammenhang zwischen dem Klimawandel und der Nutzung der verfügbaren Landflächen durch den Menschen untersucht. Basierend auf einer Analyse des momentanen Ist-Zustandes der Landnutzung in Deutschland zeigen die Autoren Strategien auf, wie die produktive Landnutzung in Land- und Forstwirtschaft sowie in den Bereichen Siedlung und Verkehr zum Erreichen der aktuell verfolgten Klimaziele beitragen könnte. Der Themenkomplex der Landnutzung wird einerseits durch den Klimawandel und seinen Auswirkungen selbst beeinflusst, sei es durch Akutwetterlagen oder durch eine Vielzahl ökologischer Probleme. Andererseits ist die Landnutzung aber auch durch ihre Treibhausgasemissionen ein relevanter Teilbereich der Umweltpolitik; zwar liegt der Anteil nur etwa bei 10%, allerdings fehlen weitgehend konkrete Maßnahmen und Ziele, woran folglich die Autoren anknüpfen. Insgesamt hinterfragt also der Klimawandel die gegenwärtige Landnutzung bzw. stellt sie vor neue Herausforderungen.

Die Autoren kommen zu einer Vielzahl an Ergebnissen bzw. entwickeln einige Empfehlungen, wie mithilfe effizienterer Landnutzung gesellschaftlich verträglicher Klimaschutz betrieben werden könnte. Im Bereich der Landnutzung durch Siedlungsbau und Verkehr wird untersucht, inwiefern sich der momentane Anstieg der Flächennutzung für Siedlung und Verkehr reduzieren ließe – ein bedeutendes Ziel, da eine erhöhte Flächennutzung in diesem Bereich die produktiv nutzbaren Flächen reduziert, was bei nicht veränderten Konsumpräferenzen zu erhöhten Importen und damit steigenden Treibhausgasemissionen führt. Laut den Autoren ließe sich durch simple Maßnahmen zugunsten einer effizienteren Verkehrs- und Gebäudeinfrastruktur, besonders durch eine umfassendere Wohnraumnutzung, Entsieglung verbauter überflüssiger Flächen und ÖPNV-Ausbau, der Flächenzuwachs in diesem Bereiche halbieren; dabei wäre die Einführung einer Klimaschutzabgabe auf die Flächenneuinanspruchnahme zu empfehlen, um die negativen Effekte abzudämpfen; klimaanpassende, somit nicht primär schützende Maßnahmen ermöglichen in diesem Feld keineswegs eine ähnliche Reduktion.

Im Bereich der Landwirtschaft prognostizieren die Autoren, dass ohne Maßnahmen die Emissionen und Landnutzung in der nächsten Dekade konstant bleiben. Langfristige Reduktionen sind in diesem Bereiche möglich durch Wiedervernässung/Vermoorung und Aufforstung landwirtschaftlicher Flächen sowie durch Reduktion der Stickstoffdüngung durch Einführung einer Abgabe auf mineralische Stickstoffdünger. Außerdem wird eher von dem Anbau von Biomasse wegen negativer externer Effekte abgeraten; stattdessen wird empfohlen, das durch Befragungen ermittelte Interesse am lokalen Umweltschutz als Vehikel für Klimaschutz zu verwenden. Weiterhin wird die Bedeutung des Abbaus von Fehlanreizen und stärkerer Berücksichtigung klimaschutztechnischer Belange in der Förderung, u.a. die Empfehlung der Errichtung eines Fonds zur Finanzierung von Klimaschutzprojekten, hervorgehoben; zuletzt wird angeregt, Fokus auf Bereiche mit positiven Synergien zu legen (z.B. Klimaschutz & Naturschutz), um damit öffentliche Güter mit positiven Effekten unabhängig ihrer klimaschützenden Wirkung zu begünstigen.

Das vollständige Buch als PDF-Datei findet ihr bei Interesse frei verfügbar unter dem folgenden Link:

https://library.oapen.org/handle/20.500.12657/47313

Quelle: Gömann, Horst/Johanna Fick (Hrsg.). 2021. Wechselwirkungen zwischen Landnutzung und Klimawandel. Wiesbaden: Springer Fachmedien.

In dem Kapitel „Algae for global sustainability“ versuchen die Autorinnen, Lösungen auf Basis von Algen für zukünftig kommende Herausforderungen der Entwicklung darzulegen. Ihr Ziel ist demnach das Aufzeigen von Möglichkeiten, wie Algen zu dem Erreichen einige der zentralen SDGs beitragen könnten. Von diesen Ideen werden im Folgenden einige vorgestellt werden. 

Mithilfe des konzentrierten Anbaus von Algen in Entwicklungsländern könne eine Gesundheitsverbesserung durch eine Vermeidung von Mangelernährung erreicht werden, da Algen, deren Produktion wenig aufwendig und emissionsarm sei, mikronährstoff-, ballaststoff- und proteinreich sind und damit die in Entwicklungsländern kargen Nährstoffe abdecken. Durch ihre Emissionsarmut und Unabhängigkeit von Landflächen seien sie aber auch für eine Aufrechterhaltung einer vollwertigen Ernährung in entwickelten Ländern im Hinblick auf etwaige Entwicklungen durch den Klimawandel bedeutsam. Außerdem habe die Alge als aufstrebender Wirtschaftszweig Potential, zukünftig Wachstum und Beschäftigung zu bedingen und somit auch Armut zu verringern. Dies könne ausdrücklich Entwicklungsländern und deren Küstengebieten helfen, die häufig in Angesicht der gegenwärtigen Überfischung und Verschmutzung akut unter Armut leiden; eine Implementation dieser neuen landwirtschaftlichen Bereiche sei durch geringe Kapitalerfordernisse zudem gut umsetzbar.

Weiterhin erscheinen Algen als vielsprechende Energiequelle der „Zukunft“; die Alge habe große Entwicklungsmöglichkeiten als vorteilhafter Biotreibstoff, weil sie die Probleme klassischer Biotreibstoffquellen löse, nämlich Wasser- und Landverbrauch, Emissionen und negativer externe Umwelteffekte, sowie Potential als Butanolquelle (Butanol gelte als vielversprechender Ansatz in der Biotreibstoffforschung) habe; allerdings bestehe dort noch die Notwendigkeit des Erschließens neuer Technologien für einen breiten Algeneinsatz zu diesem Zwecke.

Zudem nehmen die Algen eine zentrale Rolle in dem Schutz und der Aufrechterhaltung der Biodiversität innerhalb der maritimen Lebensräume ein. Allgemein sei eine Übersäuerung der Meere prognostiziert, die aus Treibhausgaszunahme und anthropogene Verschmutzung, z.B. durch chemische Substanzen, Antibiotika oder Plastik, resultiert. Besonders Stickstoff und Phosphor seien verantwortlich für die drohende Übersäuerung und daraus folgender schädlicher Algenblüte (eine plötzliche, massenhafte Vermehrung von Algen); letztere resultiere in einer Hypoxie (Sauerstoffarmut) der Meere, wodurch das maritime Leben akut gefährdet ist – eine Bedrohung für den „Nahrungskreislauf“ im Meer und die Senkenfunktion der See (Speicherkapazitäten von Treibhausgasen). Dieser Problematik können „gute“ Algen entgegenwirken, da sie durch ihre zentrale Rolle als grundlegende Nahrungsquelle einen zentralen Platz in der Aufrechterhaltung der Lebensräume von Meereslebewesen einnehmen und eine natürliche Wiederherstellung/Aufbesserung der Ozeane erreichen können; ebenso könne die Alge als Treibhausgas-speichernde Substanz sowie als Wasserfilter dienen.

Somit verdienen Algen eine erhöhte Aufmerksamkeit auf allen Ebenen in dem Kampf gegen den Klimawandel, da diese ein potentiell zentraler Baustein für das Erreichen einer auf globaler Ebene holistisch nachhaltigen Gesellschaft sein könnten, indem Algen unter anderem als Emissionsspeicher, energetisch nutzbare Biomasse, Schützer der Biodiversität und Verbesserer der Wasserqualität dienen könnten; und dies verbunden mit einem überwiegend schnellen und anspruchslosen Wachstum.

Das vollständige Kapitel als PDF-Datei findet ihr bei Interesse frei verfügbar unter dem folgenden Link:

https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S006522962100015X

Quelle: Bourgougnon, Nathalie; Burlot, Anne-Sophie; Jacquin, Anne-Gaëlle. (2021). „Algae for global sustainability?“ in Jean-Pierre Jacquot (Hrsg.). Advances in Botanical Research. Past, Current and Future Topics. London: Academic Press: 145-212.

In dem Artikel „Persistent inequality in economically optimal climate policies” analysieren die Autoren mithilfe des Standard-DICE-Modells (wird eingesetzt zu ökonomischen Kosten-Nutzen-Evaluation des Klimawandels und entsprechender gegenwirkender Maßnahmen) die Entwicklung der globalen Ungleichheit unter verschiedenen global-klimapolitischen Szenarien. Dieses Modell münde unter Berücksichtigung neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse zum Klimawandel in etwa in eine optimale Politik, die auf eine Begrenzung der Temperaturerhöhung auf 2°C abzielt (allerdings sind diese Ergebnisse durchaus etwas arbiträr, da die Wahl der einzelnen Parameter, insbesondere derer, die zukünftigen Konsum gegenüber heutigen und die Interessen zukünftiger Generationen gegenüber denen der heutigen gewichten, stark umstritten ist). Allerdings basiere diese Optimalität des 2°-Zieles auf der Betrachtung der Erde als eine einzelne Region. Berücksichtige man die Heterogenität zwischen den Regionen, dann sind sehr unterschiedliche Temperaturziele für sehr verschiedene Regionen optimal. Zur genaueren Analyse dieser variierenden Optimalität werden drei Szenarien aufgestellt: (i) business-as usual (Entwicklung, wenn alles weiterlaufen und der Klimawandel nicht existieren würde), (ii) nicht-kooperatives Gleichgewicht (Staaten verfolgen mit ihrer Klimapolitik ihre individuellen Interessen), (iii) kooperatives Gleichgewicht (alle Staaten verfolgen die Strategie, die für die Welt als Einheit optimal ist). Eine zentrale Rolle in der Problematik spielt der bekannte Sachverhalt, dass im Durchschnitt die Entwicklungsländer sowohl schärfer durch die Auswirkungen des Klimawandels getroffen werden als auch entsprechend höhere Mitigationskosten haben.

Der Artikel kommt zu einem zentralen Ergebnis. Der Versuch, den Klimawandel durch kooperative oder nicht-kooperative Strategien zu bekämpfen, führe im Vergleich zu einem business-as-usual Szenario (also ohne Berücksichtigung der Klimawandelseffekte) zu einer deutlich erhöhten globalen Ungleichheit und unterbindet wahrscheinlich die seit Dekaden partiell stattfindende Konvergenz zwischen Entwicklungsländern und entwickelten Ländern; allerdings führen kooperative Strategien besonders unter Berücksichtigung gewisser Kompensationszahlungen zu einem deutlichen niedrigerem Niveau an globaler Ungleichheit als die Verfolgung individueller Strategien in einem nicht-kooperativem Szenario; allerdings stellen sich zahlreiche Länder (absolut gesehen) durch die Verfolgung einer solchen Strategie schlechter.

Daraus lassen sich nun mehrere Schlussfolgerungen ableiten, wenn ein Interesse, sei es aus ethischen oder aus politischen Gründen, am Vermeiden einer globalen Einkommensdivergenz besteht. Man benötige eine institutionell verankerte kooperative Strategie, um die einkommensdivergenten Effekte des Klimawandels zu beschränken. Verstärkte globale Ungleichheit bestehe auch fort, wenn man annimmt, dass reichere Staaten eine Aversion für Ungleichheit haben und damit Transferleistungen an betroffene Staaten zahlen. Weiterhin brauche es bessere Adaptionsmaßnahmen und -technologien, um stärker betroffenen Ländern, die durch die Effekte des Klimawandels in Armut verfallen würden, zu helfen, und auch andere Ansätze, um dem Steigen der globalen Ungleichheit durch die Auswirkungen des Klimawandels keinen neuen Anschub zu geben.

Den vollständigen Artikel als PDF-Datei findet ihr bei Interesse frei verfügbar unter dem folgenden Link: https://doi.org/10.1038/s41467-021-23613-y

Quelle: Gazotti, Paolo; Johannes Emmerling; Giacomo Marangoni; Andrea Castelletti; Kaj-Ivar van der Wijst; Andries Hof; Massimo Tavoni. (2021). “Persistent inequality in economically optimal climate policies.” Nature Communications 12.

In dem Artikel „Agricultural intensification and climate change are rapidly decreasing biodiversity” von Peter H. Raven und David L. Wagner geben diese einen kurzen Überblick über das gegenwärtig stattfindende menschlich induzierte Artensterben, ausgelöst durch die sich immer weiter industrialisierende Landwirtschaft und verstärkt durch die Effekte der Erderwärmung.

Dem Menschen seien immer noch nur ein kleiner Bruchteil der Arten bekannt; in der heutigen Zeit tragen etwa 2 Millionen Lebewesen und Pflanzen einen menschgegebenen Namen, aber die meisten Schätzungen gehen von mindesten 10 Millionen verschiedenen Spezies. Folglich sei es schwer, genau zu beziffern, wie schwerwiegend das Artensterben sei, allerdings sprechen viele Indikatoren und Analysen für ein deutlich voranschreitendes Artensterben, sodass man sagen könne, dass ein biologisches Massensterben mit der Industriellen Revolution eingeleitet wurde, welches diesmal nicht durch externe Faktoren, sondern durch den Menschen und dessen Verhalten bedingt sei. So schätze man die gegenwärtige Rate der aussterben Lebewesen pro Jahr auf etwa eintausendfach so hoch im Vergleich zu den letzten Jahrmillionen. In Mexiko sei seit 1950 die Wirbeltierpopulation um circa 60% zurückgegangen, Prognosen erwarten ein Aussterben von etwa 20% aller Lebewesen in den nächsten Dekaden und bis zu 40% bis zum Ende des gegenwärtigen Jahrhunderts, falls deutlich entgegenwirkende Maßnahmen ausbleiben. Gerade Insekten seien zentral von diesem Aussterben betroffen. Zahlreiche europäische Studien belegen den deutlichen Rückgang vieler Insektenpopulationen. Der Rückgang der Schmetterlingspopulationen begann bereits vor zwei Jahrhunderten, verschärfte sich allerdings seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges deutlich. Primäre Ursache für diese Entwicklungen sei die Intensivierung der Landwirtschaft durch Mechanisierung, Pestizide, Dünger und Monokulturen. Weiterhin entwickelte die Landwirtschaft durch gestiegene Nachfrage einen höheren Flächenbedarf, der auf Kosten bestehender Wildgebiete, wie Wäldern, Grasflächen oder Mooren, gestillt werde. Auch der populär präsente Rückgang der wilden Bienenpopulationen, deren Beitrag in der Blütenbefruchtung einen geschätzten wirtschaftlichen Wert von 518 Milliarden USD pro Jahr habe, sei auf ähnliche Gründe zurückzuführen. Langsam beginne zudem auch die Klimaerwärmung eine Rolle für das Artensterben zu spielen; v.a. in fragilen Ökosystem wie den tropischen Regenwäldern.  

Es gibt verschiedene Wege mit dieser Problematik umzugehen, die allerdings alle nur einen gewissen Beitrag leisten können. Zum einen ist der Erhalt und Ausbau von Naturschutzgebeten, als Versuch Landschaften hoher Biodiversität zu erhalten, von zentraler Bedeutung. Zudem müsse man Landwirtschaft hinsichtlich ihrer regionalen Auswirkungen näher betrachten und analysieren. Je nach Fläche und Klima sollte man aus Gesichtspunkten der Biodiversität durchaus an industrialisierter Landwirtschaft festhalten und nicht auf nachhaltigere Formen ausweichen, wenn durch entsprechende Ausgleichsflächen die Insektenwelt besser geschützt werden könnte, da bei nachhaltigerer Landwirtschaft gegebenenfalls mit substantiellen Produktivitätsverlusten zu rechnen sei. Weiterhin müsse die zentrale Bedeutung der Begrenzung der Weltbevölkerung betont werden; eine langfristig bestehende, nachhaltig agierende Erde sei nämlich nur bei einer Bevölkerung von zwei bis drei Milliarden Menschen möglich. Schlussendlich sei die Rolle der Insektenwelt und ihrer Diversität für den „natürlichen“ Ablauf der Dinge auf Erde nicht zu unterschätzen.

Den vollständigen Artikel als PDF-Datei findet ihr bei Interesse frei verfügbar unter dem folgenden Link: https://doi.org/10.1073/pnas.2002548117

Quelle: Raven, Peter H.; David L. Wagner. (2021). „Agricultural intensification and climate change are rapidly decreasing insect biodiversity.“ Proc. Natl. Acad. Sci. U.S.A.

Die Natur und Wir – Ein kurzer Aufsatz über ein schwieriges Verhältnis

Die Natur, glorifiziert und vergöttert, instrumentalisiert und geschunden, viel hat sie durchmachen müssen, Wandel um Wandel erlebend, wenngleich unscheinbar das Ewige symbolisierend.  In Zeiten des fortschreitenden Klimawandels gerät dieses Bild ins Wanken; man muss sich einmal mehr fragen, inwiefern unser Verständnis und Verhältnis gegenüber der Natur mit dazu beigetragen haben, dass die gegenwärtige Entwicklung überhaupt zu einer Möglichkeit geworden ist, und wie ein Wandel in unserem Verständnis zur Natur uns bei der Eindämmung des Klimawandels helfen könnte.

Unser Verständnis der Natur gegenüber, die Natur wird allgemein definiert als das nicht menschlich Geschaffene, war einer Vielzahl historischer und geographischer Wandel unterworfen. In Urzeiten der Kampf gegen die Gewalten, primär ein Überleben gegen die Natur, aber ein Leben in Übereinstimmung mit dieser; häufig wird sie als vollkommene Macht mit ihren einzelnen Suberscheinungen durch die Völker in Regungen kulturellen und göttlichen Bewusstseins verehrt. Jahrtausende später, in denen die Menschen sesshaft werden und erste Zivilisationen ausbilden, werden an manchen Orten erste philosophisch begründete Theorien zum Mensch-Natur-Verhältnis entwickelt und niedergeschrieben. In der Welt des antiken Europas dominierte früh Gedanken, die die Natur als etwas außerhalb des Menschen Stehenden und damit von ihm Abhängigen betrachtet, welches begriffen und beherrscht werden kann. Im fernen Osten hingegen werden Menschen und Natur als Gesamtheit des Seins betrachtet, Mensch und Natur sollen harmonisch miteinander verweilen, woraus die Achtung der Natur durch den Menschen erwächst. In der westlichen Philosophiegeschichte bestehen die Gedanken der Antike fort, getragen durch christliche Lehren. Natur wird betrachtet durch ihr Verhältnis zum Menschen mit dem tendenziellen Ziel, diese zu beherrschen und zu erklären (v.a. in der Moderne bei Descartes, Locke und Bacon). Bis auf wenige Ausnahmen (z.B. Spinoza, der Gott „naturalisiert“ und damit die Natur zu etwas tief Religiösem macht) wird die Natur im Christentum zu einer Art Materie ohne intrinsischen Wert.

Eine erste Abkehr lässt sich aus Leibniz‘ Schriften herauslesen; seine Idee der monadischen Harmonie innerhalb der Natur kann als Abkehr des Verständnisses der Natur als mechanistisches Wirkungsgebilden verstanden werden. Die Natur ist vielmehr Materie, der Leben und eine innere Dynamik innewohnt. Nachdem erste Kultur- und Zivilisationskritik durch Rousseau laut geworden ist und andere Denker, wie u.a. Goethe, sich aus zum Teil, aber nicht ausschließlich religiösen Gründen der Natur als Instanz zuwandten und ihr ebenbürtig begegneten, brachte Schelling diese aufkeimenden Gedanken in seiner Naturphilosophie unter. Schelling meint, dass der Natur ein Subjektcharakter innewohnt, da ihr selbst Prinzipien immanent sind, die Natur selbst schafft und bis zu einem gewissen Gerade menschenähnlich agiert; damit muss der Natur Raum und Freiheit gewährt werden. Mit dieser Auffassung hebt sich Schelling deutlich von den anderen Philosophen des deutschen Idealismus ab, die meist zwischen erkenntnistheoretisch begründetem Menschenzentrismus und Ansätze einer „freien Natur“ in Tradition von Leibniz stehen; folglich erlebt Schellings Naturauffassung in der kommenden Periode der Romantik eine Blütezeit. Eine neue Dimension wurde auf unser Verständnis zur Natur Jahrzehnte später durch Nietzsche gelegt. Innerhalb dessen Analyse veränderte sich der Fokus; Nietzsche fokussierte sich primär darauf, das Verhältnis des modernen Menschen zur Natur zu verstehen.  Auch wenn er in kantischer Tradition dem Menschen das Recht zur Naturaneignung zuspricht (u.a. im Rahmen seines Willens zur Macht), stellt er Kluft zwischen dem damals modernen Menschen und der Natur fest, die sich auch in der Unterdrückung der menschlichen Natur widerspiegelt; Natur wird auf Zahlen und Stoff reduziert, wodurch der Mensch sich ihrer entfremdet. Nietzsche versteht entsprechend Teile seiner Schriften als Versuch das menschliche Subjekt und die kosmische Natur zusammenzuführen. In diesem Rahmen spricht Nietzsche von der Bedeutung, dass der Mensch sein unbedeutendes Sein und sein tragisches Schicksal annimmt und sich der Natur unterwirft, um sich von dem Irrtum des Egoismus abzukehren, hin zu einem höheren Sinn des Kosmos. In Goethes und Nietzsches Tradition argumentiert Spengler, der in der voranschreitenden Technologisierung das Ziel der Besiegung der Natur sieht. Die so erschaffene Welt ist dem Menschen untertan, direkt von diesem errichtet, allerdings erhebt sich diese Welt selbst über den Menschen und „knechtet“ ihn und bleibt ihm fremd, während die Natur dem Menschen immer fremder wird. Adorno und Horkheimer und andere Philosophen der kritischen Theorie fokussierten sich auf die Unterwerfung und Aneignung der Natur durch den Menschen und die kapitalistischen Strukturen. Dabei gehen durch die fortschreitende Technologisierung und den fortschreitenden Kapitalismus Menschheits- und Naturbeherrschung miteinander einher; der beherrschte Mensch ist unfrei, gefangen in den Strukturen, entfremdet von der Natur. Wo stehen wir gegenwärtig, in Zeiten, in denen Eismassen brechen und schwinden, Lebewesen nach Lebewesen ausstirbt und die zu atmende Luft tödlich sein kann?

Im folgenden Abschnitt wird Natur eng definiert, um den Bezug zu den gegenwärtigen Entwicklungen des Klimawandels herzustellen. Als Natur wird die nicht-menschliche oder menschengemachte Substanz (Dinge mit räumlicher Präsenz, also keine Ideen etc.) der Erde verstanden.

Eine Diagnose hinsichtlich des gegenwärtigen Verhältnisses der Menschheit zu der Natur zu stellen, von welcher man allgemeine Validität abverlangt, wäre mehr als anmaßend; dafür sind Kulturen und Menschen glücklicherweise noch verschieden genug. Trotz alledem lassen sich durchaus einige Sachverhalte beobachten und Mutmaßungen aus ihnen ziehen. Generell ist das heutige Verhältnis der Menschen zur Natur in den entwickelten Ländern geprägt durch ein Spannungsverhältnis, resultierend aus zahlreichen Gegensätzen. Es lässt sich eine zunehmende Tendenz zur Wertschätzung der Natur in breiteren gesellschaftlichen Kreisen beobachten, die in mehr öffentlicher Aufmerksamkeit für Umweltproblematiken sowie in mehr Engagement für den Naturschutz mündet. Gleichzeitig wird die Natur weiter zurückgedrängt, die Entfremdung setzt sich fort; zudem halten Naturzerstörung und Naturausbeutung an. Natur hat ihren Bedrohungscharakter abgeworfen und genug Distanz zur Menschheit eingenommen, dass die Menschen der entwickelten Welt diese als Freizeitobjekt wahrnehmen. Dieser Objektcharakter ist nicht zwangsläufig problematisch und zu einem gewissen Grade auch im menschlichen Umgang mit seiner Außenwelt selbstverständlich; allerdings besteht durchaus die Gefahr zu verkennen, dass trotz diesem Objektcharakter für den Menschen die Natur auch einen Subjektcharakter haben kann. Weiterhin sollte man zumindest hinterfragen, inwiefern einige dieser Wandlungen hin zur Natur nicht auch instrumentell durch die Suche nach einer Gruppenzugehörigkeit und selbstdarstellende Individualisierung begründet sind.

Aber was implizieren diese oben genannten Beobachtungen weitergehend? Neben offensichtlichen Implikationen schimmern einige etwas unscheinbarer durch. Die fortlaufende Entfremdung macht es schwieriger, die Natur ihrem Wesen nach zu beurteilen, da Kenntnis und Verbindung fehlen; somit mangelt es an Resonanz der Menschen auf der Suche nach immateriellen oder einem physiozentrischen Wert der Natur. Die Parallelität der fortlaufenden Zerstörung der Natur und der Bemühungen für mehr Naturschutz beschwört einen zwar notwendigen, allerdings auch schädlichen Diskurs, der die Menschheit zum Richter über das Schicksal der Natur macht und somit entscheidend zu ihrer Objektivierung beiträgt. Die Regression der Natur zu einem Freizeitobjekt, obgleich durch die physische Annäherung eine aus den Erfahrungen wachsende Bindung entstehen können, kann eben auch als neue Form der Usurpation im Verhältnis gesehen werden. Die Menschen manifestieren dadurch den Objektstatus der Natur, die Gefahr des Anthropozentrismus und der Kommerzialisierung liegt in der Luft; man fragt implizit nur noch, was die Natur dem Menschen zu bieten hat. Auch das oben angeführte allgemein präsente Spannungsverhältnis ist dem Zwecke zwar vielleicht durch vermehrte Aufmerksamkeit in der Wahrnehmung dienlich, allerdings rückt es eben den eigentlichen Gegenstand ins Abseits und birgt die Gefahr eines Diskurses, dem die eigentliche Substanz abhandenkommt, gerade durch die zunehmende Divergenz zwischen Debattengegenstand und der Realität der Debattenführenden.

Wir müssen uns bewusst machen, dass unser Verständnis der Natur unseren Umgang zur Außenwelt und spezieller im Hinblick auf den Klimawandel prägt. Ein verändertes Naturverständnis sollte bei der Eindämmung des Klimawandels helfen, indem es uns die Natur näherbringt, Prozesse der Entfremdung versucht umzukehren und eine Versöhnung mit offenen Karten anstrebt. Weiterhin werden derartig die Grenzen technologischer Apparaturen aufgezeigt, da, selbst wenn diese die ihnen auferlegten Anforderungen bravourös meistern, die Frage bleibt zu welchem Preis dies für die Natur und damit indirekt für die Menschheit geschieht. Es geht hierbei auch nicht darum, Mitleid für jeden Staubkorn der Natur zu entwickeln und diesen moralisch aufzuwerten, sondern lediglich der Natur als Gesamtheit, Einheit und Zusammenspiel des außermenschlichen Lebens auf Erden, einen Wert/ein Recht auf Subsistenz zuzusprechen.

Generell geht es darum einen Wert der Natur zu begründen, der unabhängig von dem instrumentellen und theozentrischen Wert steht, auch wenn selbst instrumentelle und theozentrische (für entsprechend gläubige Personen und Gruppen) Werte der Natur häufig nicht entsprechende Berücksichtigung im öffentlichen Diskurs finden. Diese Abkehr von instrumentellen Werten bietet auch die Möglichkeit an, Argumente für den Klimaschutz zu finden unabhängig von der Prognosenunsicherheit, ethischen Abwägungen der Interessen kommender Generationen, der Ferne der Zukunft, in denen erst wirklich großflächigere Probleme auftreten werden, und von dem internationalen kollektiven Handlungsproblem (also die nationale Irrationalität, tätig zu werden, ohne dass international ebenfalls gehandelt wird). Zum einen müssen die Menschen die Natur als einen ihr inhärenten, prägenden Teil betrachten, der vor allem innerhalb ihrer Historie sie geprägt hat. Wir entstammen nun einmal evolutionär bedingt der Natur und ihren Gewohnheiten und Gesetzmäßigkeiten. Jahrmillionen lang würden wir durch sie geprägt und geformt und zu Beginn in das Leben erhoben. Dieses Faktum zu verdrängen und zu verbannen, ist eine gefährliche Eigenart, die dem Menschen aus seinem Sein herausreißt und ihn in eine künstliche Welt hineinsetzt, die beliebig formbar und beherrschbar ist. Innerhalb dieses Rahmens war und bleibt die Natur für die Menschheit eine Spiegelbildfläche als außerhalb ihrer existierender Raum, der nicht selbst von ihr begründet wurde. Ohne ein Bewusstsein für dieses unabhängig Existierende verliert die Menschheit eine wichtige Reflexionsquelle; jede Handlung und Entscheidung wäre geprägt durch Willkür. Eng verwebt mit den geäußerten Gedanken sind zwei weitere. Zum einen kann die Natur als Bedingung von Kunst und Kultur gesehen werden. Seien es die Anfänge der Kultur in der Naturanbetung und daraus erwachsende Mystifizierungen oder das Nachempfinden des Naturschönen in der Kunst. Obgleich sich viele Bereiche mittlerweile emanzipiert haben, ist aus den oben genannten ein Rückbesinnen von großer Bedeutung, um bedeutsame Wesen und nicht leere Dinge zu erschaffen. Zum anderen erwächst aus der Natur eine zentrale Komponente menschlicher Freiheit, gerade in zivilisierten Gesellschaftsstrukturen. In einer der Natur entfremdeten Gesellschaft ist der Mensch den gesellschaftlichen Strukturen und Eigenheiten unterworfen; machtlos läge er in Ketten da, denn die durch die Natur gesetzte Freiheit kennt dieser Mensch und diese Gesellschaft nicht; sie wären unfrei, ohne sich dessen bewusst zu sein, da die Reflexion fehlt. Zu guter Letzt lohnt sich eine kurze Beschäftigung mit der Frage nach einem physiozentrischen Wert der Natur. Hier lässt sich zum einen eine Schelling folgende Argumentation anführen. Da der Natur Prinzipien innewohnen und sie selbst schaffen sowie menschlich agieren kann, wird sie zum handelnden Subjekt, womit ihr Raum und Freiheit zustehen; zudem könnte man hier, solange man nicht an eine von einer Transzendenz gesetzten, besonderen Position des Menschen auf Erden glaubt, die These aufstellen, dass, wenn der Mensch als aus der Natur entstammendes Wesen als Subjekt zu betrachten ist, dieses zwar nicht auf jedes Wesen der Natur, aber zumindest auf die Natur als Gesamtheit zutrifft, da sie den Menschen hervorgebracht hat. Die Überlegenheit oder die Andersartigkeit der Menschen gegenüber der Natur und den anderen Lebewesen ist nicht von der Hand zu weisen, sei es das Akzidenz der Vernunft, die Möglichkeit der Selbstreflexion oder das vorausschauende und rückblickende oder das begriffliche Denken. Aus dieser Andersartigkeit und dem Potential der Beherrschung muss aber keine faktische Beherrschung erfolgen; aus dieser Position heraus kann man anerkennen, dass eine Verantwortung den Menschen gegenüber der Natur besteht, weil sie zwar nicht gleich, aber ihnen ähnlich ist.

Das Ideal, Mensch und Natur in Einklang zu bringen, darf durchaus als lächerliche Rhetorik verstanden werden; die Natur bleibt allen Lebewesen feindlich, ein Einklang im Schatten städtischer Hochhäuser erscheint grotesk. Vielmehr ist eine Versöhnung angebracht; Menschen müssen lernen, was die Natur ist, sie erleben, sie empfangen, sie kennen, sie respektieren und lieben; ihr als Subjekt begegnen. Eine Unterwerfung der Menschen unter diese oder Gleichwertigkeit entbehrt allerdings der Realität; davor sind wir ihr zu stark enteilt; aber anzuerkennen, dass sie unsere Historie, unser Spiegelbild ist, anerkennen, dass wir immer noch ihr entstammen und den Punkt, an dem eine lebenssichernde Emanzipation stattfindet, längst überschritten ist, das ist unsere Aufgabe; dabei dürfen wir nicht vergessen, dass wir selbst der Natur entstammen und aus einer höheren Stellung kein Recht, sondern eine Verantwortung erwächst. Aus diesem Bewusstsein sollten wir ein breiteres gesellschaftliches Naturverständnis ableiten, das zentral für den Versuch ist, den Klimawandel entgegenzutreten, nicht durch direktive moralische Imperative und diktierte Freiheitsbeschneidungen, sondern durch Menschen, die der Natur in ihrer Gesamtheit begegnen, sie anerkennen und schätzen.

Inhaltliche Quellen:

https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/radiowissen/ethik-und-philosophie/daoismus-seele-china-thema100.html

https://oeh.univie.ac.at/zeitgenossin/natur-und-versohnung

https://www.bpb.de/apuz/305897/zum-verhaeltnis-von-mensch-und-natur

https://www.philomag.de/artikel/schelling-und-die-klimakrise

Kaulbach, Friedrich. 1982. „Nietzsches Interpretation der Natur.“ Nietzsche-Studien. Band 10. Heft 1. Seiten 442-481.

Leopold, Aldo. 1949. A Sand County Almanac. Oxford: Oxford University Press.

Spengler, Oswald. 1931. Der Mensch und die Technik. Beitrag zu einer Philosophie des Lebens. München: C. H. Beck.

Quelle des Bildes: Alexej von Jawlensky, Füssen, 1905, Öl auf Pappe, 38 cm x 49,9 cm x 0,5 cm, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München, Dauerleihgabe der Gabriele Münter- und Johannes Eichner-Stiftung, München. CC BY-SA 4.0
https://www.lenbachhaus.de/entdecken/sammlung-online/detail/fuessen-30031548 (Änderungen wurden am Bild vorgenommen)

Kick-off HWS 2021

Am 16. September findet unser Kick-off für dieses Semester um 19:30 Uhr statt. Thematisch wird, nach einer kurzen Einführung in die Projekte unserer Initiative, werden wir uns dem Themengebiet des nachhaltigen Konsums widmen; hierbei werden wir den Fokus auf praktische Möglichkeiten, die sozioökonomische Verträglichkeit und die ökologische Notwendigkeit legen. Nach einem einleitenden Vortrag zu diesem Thema erfolgt dann im Plenum eine Diskussion auf Basis des Vortrags. Beitreten könnt ihr dem Zoommeeting entweder über den QR-Code oder über den folgenden Link: 

https://us06web.zoom.us/j/84452308601?pwd=ejc5Q0dxK0tNUE84RGtFVVlhbUxxZz09

Schaut gerne vorbei, wenn ihr Interesse habt. Wir freuen uns auf euch!

About Us

Wir bei SICoR sind der einzige offizielle studentische Ableger des Club of Rome. Die Studierendeninitiative Club of Rome (SICoR) wurde 1994 von einigen Studenten gemeinsam mit Herrn Professor Dr. Kortzfleisch gegründet, mit dem Zweck einen interdisziplinären Austausches hinsichtlich der gegenwärtige und zukünftige Probleme der Welt unter Studenten zu ermöglichen, um zu informieren und zum Nachdenken anzuregen. Seitdem ist SICoR als studentische Initiative an der Universität Mannheim aktiv; es wurden Redner wie Ervin László, Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker sowie Maja Göpel an die Universität geholt, Fahrten nach Genf, Brüssel und Den Haag unternommen und sich mit einer Vielzahl an Themen auseinandergesetzt.
Wir treffen uns in etwa jede Woche, um uns bei Plenen oder einer anderweitigen Veranstaltung mit relevanten Themen im Bereich im Zusammenspiel von Ökologie und Ökonomie auseinanderzusetzen, indem wir uns über diese informieren sowie diskutieren. Außerdem veranstalten wir öffentliche Vorträge und Podiumsdiskussionen, unternehmen Studienfahrten, besuchen gemeinsam externe Veranstaltungen wie Theaterstücke und verfassen Beiträge rund um gegenwärtige Themen der Nachhaltigkeit. 

Der Club of Rome ist ein internationaler Think Tank, der 1968 gegründet wurde und als einer der ersten vor den Auswirkungen des Klimawandels gewarnt hat. Mit seiner Publikation „The Limits to Growth“ mahnte er die Grenzen der Erde an, wenn die damalige Zunahme der Weltbevölkerung, Industrialisierung, Umweltverschmutzung und Nutzung von natürlichen Ressourcen anhielte. Auch heute hat er nicht an Relevanz verloren und verfolgt weiter das ursprüngliche Ziel, zukünftige Probleme der Menschheit aufzuzeigen und Lösungen für diese zu entwickeln. Folglich ist unser Selbstverständnis und Zweck dem des Club of Rome nachempfunden, obgleich natürlich auf einer anderen Ebene. Dem Club of Rome gehören unter anderem (Ehren-)Mitglieder wie Michail Gorbatschow, Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker und Beatrix von Oranien-Nassau an. 

In diesem Semester beschäftigen wir uns mit unserem Semesterthema „Ein nachhaltiger Kapitalismus – Zwischen Kritik und Utopie“; hierbei setzen wir uns mit der Frage auseinander, inwiefern der Kapitalismus nachhaltig sein kann bzw. werden könnte, welche Probleme gegenwärtig im Wege stehen sowie welche Wege und Ansätze es gibt, diese Probleme zu überwinden. Ein näherer Fokus wird auf Themen wie den gesellschaftlichen Wertewandel, Wirtschaftsräumen der Zukunft sowie den Konzepten der ökosozialen Marktwirtschaft und der Postwachstumsökonomie gelegt werden. Zudem planen wir nach Möglichkeit eine gemeinsame Studienfahrt, die Organisation zweier öffentlicher Vorträge und den Besuch eines Theaterstücks im Nationaltheater.

2. Plenum: Verschwörungstheorien

Unser 2. Plenum findet am 22. Oktober

Zu Beginn findet der Vortrag statt; dieser wird sich thematisch auf Basis ihrer geschichtlichen Entwicklung mit Verschwörungstheorien auseinandersetzen. Dabei wird v.a. auch ein Fokus auf ihre Auswirkungen auf das gesellschaftliche Miteinander gelegt. Insgesamt soll dadurch auch ein gewisses Verstehen der Hintergründe von Verschwörungstheorien ermöglicht werden.
Im Anschluss tauschen wir uns auf diskursiver Ebene zu diesem Thema aus.

Schaut gerne vorbei!

Hier der Zoom-Link für die Veranstaltung:  https://zoom.us/j/98293137968