About Us

Der Club of Rome ist ein internationaler Think Tank, der 1968 gegründet wurde und als einer der ersten vor den Auswirkungen des Klimawandels gewarnt hat. Auch heute hat er nicht an Relevanz verloren; ihm gehören Mitglieder wie Michail Gorbatschow, Jérôme Bindé, und Juan Carlos I. an. 

Wir bei SICoR sind die einzige offizielle studentische Absplitterung des Club of Rome. Wir treffen uns wöchentlich um bei Plenen über gesellschaftliche Fragen, Politik und Ökonomie zu diskutieren. Außerdem veranstalten wir Socials, Podiumsdiskussionen und Studienfahrten. 

In diesem Semester geht es um die „Leaders of Today“. Jede Woche stellt einer von uns ein Staatsoberhaupt, CEO oder ein celebrity vor und zeigt, wie unsere Gesellschaft von ihnen beeinflusst wird. 

Schriftführung 3. Plenum: Arbeitsbedingungen

In unserem 3. Regulären Plenum des Semesters ging es um Arbeitsbedingungen, die sich heutzutage rapide verändern. Der Impulsvortrag begann mit einem historischen Blick auf Arbeitsbedingungen. Über die antike Sklaverei, Zünfte, Lehensherren, Frondienste und die Hungerlöhne des 18. Und 19. Jahrhundert wurde zwar immer eine organisierte Arbeitswelt ermöglicht, aber von einem humanitären Standpunkt aus betrachtet war Arbeiten eine Belastung für die Gesellschaft. Doch auch heute zu Zeiten der Gleichstellung und des Betriebsverfassungsgesetzes sind unsere Arbeitsbedingungen einen zweites Hingucken wert. Und in der Zukunft warten gänzlich neue Arbeitsbedingungen auf uns.

Veränderungen in den Arbeitsbedingungen zeigen sich insbesondere in neuartigen Arbeitszeitregelungen. Konzepte wie Projekt- und Honorarverträge sind im Angesicht des mobilen Arbeitens (anytime, anywhere) und der Überalterung der Gesellschaft (die Nachfrage nach Arbeit könnte zukünftig steigen und dem Arbeitnehmer entgegenkommen) im Kommen. Weg vom “9 to 5 Tag” klingt dabei für uns als hätten wir mehr Zeit zur Selbstbestimmung und -verwirklichung. Es kann sich aber auch als belastend herausstellen, keine geregelten Arbeitszeiten zu haben, sondern immer erreichbar bleiben zu müssen.

Solche Überlegungen zeigen die Wichtigkeit des Umdenkens in der Gesellschaft. Denn Kollektivregelungen wie Gesetze und Gewerkschaften verlieren beim Wandel zur Projektarbeit wachsend an Bedeutung- viel wichtiger wird sein, selber einzuschätzen, wo die Stärken und Schwächen liegen, wann man am produktivsten ist, und auch wann man am besten abschalten und sich Ruhe gönnen sollte.

Die Regierungen und Unternehmen sollten darüber nachdenken, wie sie dieses Umdenken zur freien individuellen Arbeit unterstützen können – z.B durch Workshops in denen ältere Generationen lernen, wie sie ihre Fähigkeiten in Projekten einsetzen können. Denn auch ältere Generationen sollten am Umdenken teilhaben und davon profitieren können.

Auch die Gewerkschaften sollten ihre Methoden überdenken. Denn große soziale Veränderungen gehen oftmals zuerst zulasten der Arbeitnehmer, bevor umgedacht wird. Und dies wird noch wahrscheinlicher, wenn ein Großteil der “Arbeitskräfte von gestern” am Umdenken nicht teilnehmen kann weil sie noch in alten Arbeitsstrukturen festsitzen. Gewerkschaften sollten also einen reibungslosen Übergang ermöglichen.

Aber an uns bleibt der wichtigste Teil des Umdenkens hängen: Jeder von uns muss lernen, wie er oder sie sich nicht nur über die Arbeit definiert. Denn die Arbeitswelt von morgen bringt viele Freiheiten mit sich, seinen Arbeitsplatz neu zu definieren, ihn an das eigene Leben anzupassen und nicht umgekehrt – eine Freiheit die es in der Form noch nie gab und die somit neue soziale Strukturen fordert. Das Konkurrenz- und Karrieredenken von gestern wird überholt und die neuen Freiheiten (und Freizeiten) könnten im Idealfall zugunsten sozialer Projekte gehen.

Wenn wir den Umbruch zu neuen Arbeitsbedingungen richtig gestalten und die Politik, Gewerkschaften, Arbeitnehmer und Arbeitgeber an einem Strang ziehen, könnten wir ein Zeitalter der Selbstbestimmung und -verwirklichung einleiten, in der Arbeit nur noch einen Teil unserer Identität ausmacht. Wirtschaftliches Wachstum wird dank der neuen Technologien nicht mehr zum zentralen Leitfaden, sondern zu einem erfreulichen Nebeneffekt unserer Arbeit werden. Und das Individuum kann frei und erfüllt leben wie noch nie.